04.05.2016 - Pättkestour des Heimatvereins Drensteinfurt

Tour 2 - Bericht und Fotos: Holger Martsch

Die Pättkestour des Heimatvereins Drensteinfurt am Donnerstag, 4. Mai 2017, führte unter der Leitung von Ludger Wiewelhove zum Bio-Bauernhof Angenendt in Mersch. Gut 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich bei kühlem, aber trockenem Wetter um 14 Uhr von der Alten Post aus auf den Weg. Auf dem Hof angekommen, empfing Peter Angenendt die Gäste und erklärte ihnen die Wirtschaftsweise des landwirtschaftlichen Betriebes, der zwei Standbeine hat: die Erzeugung von Gemüse und Saatgut nach den strengen Bioland-Richtlinien und die Mast von Schweinen, ebenfalls nach Bio-Vorgaben. Für die Saatguterzeugung und den Gemüseanbau nutzt der Betrieb eine Anbaufläche von 100 Hektar. Wer als Biobauer offiziell anerkannt werden will, verpflichtet sich, ausschließlich Bio-Saatgut einzusetzen. Der zertifizierte Biobetrieb Angenendt produziert solches Saatgut für Dinkel, Sommergerste, Roggen, Triticale, Weizen, Wintergerste und Leguminosen wie Bohnen und Erbsen. Eigene Sieb- und Reinigungsanlagen befreien das Saatgut von Fremdkörpern und Fremdsamen. Wie bekämpft ein Bio-Landwirt Unkraut- und Schädlinge? Feldunkräuter werden ausschließlich mechanisch mit Spezialgeräten entfernt; das erläuterte Peter Angenendt anhand seines umfangreichen Maschinenparks für die Bodenbearbeitung. Außerdem dämmt konsequent durchgeführte Fruchtfolge, der stetige Wechsel von Getreide- und Leguminosenanbau, den Unkrautwuchs ein. Feinmaschige Netze schützen das Gemüse vor Schadinsekten; Insektizide kommen also nicht zur Anwendung. Von den Abfällen der Feldfrüchte profitieren die Schweine, sie fressen ausschließlich Bio-Nahrung aus der Produktion des Hofes und leben in einem offenen Stall. Sie können sich frei an der frischen Luft bewegen und sind so gut wie nie krank. Nach der Schlachtung kann ihr Fleisch etwa dreimal so teuer vermarktet werden wie konventionell erzeugtes Schweinefleisch. Der Biohof Angenendt wird als GbR von Peter Angenendt und Thomas Strnad geführt und beschäftigt einen fest angestellten Mitarbeiter, hinzu kommen bis zu sechs Saisonkräfte. Peters Eltern, Waltraud und Heinrich Angenendt, leben ebenfalls auf dem Anwesen, dass sie Ende der Siebzigerjahre gekauft hatten. Auf dem Rückweg nach Drensteinfurt kehrten die Radlerinnen und Radler beim Café May in Ameke ein, wo der informative Nachmittag bei Kaffée und Blechkuchen ausklang.