Radtouren des Heimatvereins Drensteinfurt

Text: Gertrud Münstermann

Burg Vischering Lüdinghausen


Beim durchwachsenen später schönen Wetter starteten am Sonntagmorgen 20 Heimatfreunde gegen 9.00 Uhr von der Alten Post in Drensteinfurt eine Radtour zur Burg Vischering in Lüdinghausen. Nach der Mittagspause im Griechischen Restaurant Hellas-Artemis ging es weiter zur Burg Vischering, die rund 700 Jahre alt und eines der ältesten Burgen im Münsterland ist. Während der ca. 60 Minuten dauernden Führung durch die Hauptburg mit Burgführer Werner Kahle erfuhren die Heimatfreunde viel Interessantes über die Geschichte der Bewohner und ausgestellten Objekte im Museum der Burg. Ein Highlight war das eiserne zwei Kilogramm schwere sechseckige Halsband des Lambert von Oer, welches mit vier spitze Dornen bestückt ist. Der bereits 80-jährige Ritter Lambert von Oer verließ am 25. Juli 1520 die Lüdinghausener Kirche, um zurück zu seiner Burg Kakesbeck zureiten. Mit acht Kumpanen erwartete Goddert von Harmen ihn auf halber Strecke. Sie überwältigten und hielten den alten Man fest, während Goddert ihm das 2,5 Kilogramm schwere Halsband anlegte und den Verschluss einrasten ließ. Jeder Versuch einer gewaltsamen Öffnung sollten die Dornen unmöglich machen, indem sie sich ins Fleisch des Opfers hinein bohrten.


Mit einem winzigen Schlüssel konnte die Mechanik geöffnet werden. Das Halsband diente als Druckmittel, um Lambert von Oer zum Nachgeben in einem langwierigen Erbschaftsstreit zu bewegen. Ein weiteres Prunkstück das um 1550 entstandene Himmelbett des Heidenreichs mit seinem eindrucksvollen Schnitzwerk, welches mit Touchscreen entdeckt werden konnte. Im Rittersaal erwarteten die Heimatfreunde, die Urahnen der Familie Droste zu Vischering, die huldvoll von Gemälden herabschauten, sowie eine Tafel mit barock anmutendem, modernem satiniertem gedeckten Glasgeschirr. Der Saal erwachte zum Leben, indem Beamer die floralen Muster an die Wände warfen. Die interaktive Landkarte, die mit illuminierten Mini-Modellen 31 Burgen und Schlösser des Münsterlandes darstellt ist, war ein weiteres Highlight der Burg. Mithilfe moderner Medientechnik ist die Burg für jedes Alter erkundbar und spannend zugleich. Zum Abschluss wurde die kleine Kapelle St. Georg vor der Burg besichtigt. Auf dem Rückweg nach Drensteinfurt wurde eine Kaffeepause im Gasthaus Eickholt, Davensberg eingelegt.