Radtouren des Heimatvereins Drensteinfurt

Text: Holger Martsch

Saison-Abschlusstour des Heimatvereins Drensteinfurt

Den Saisonabschluss für die geführten Radtouren des Heimatvereins Drensteinfurt bildete am Sonntag, 21. Oktober 2018, eine Fahrt zu den münsterschen Rieselfeldern. 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich am Sonntagmorgen mit Ihren Fahrzeugen und Fahrradträgern an der Tankstelle Q1 ein, um von dort aus zur Pleistermühle, dem Startpunkt der Radtour, zu fahren. Gegen 9.30 Uhr kam der Fahrzeugkonvoi dort an und bei erfrischenden vier Grad Lufttemperatur, aber strahlend blauem Himmel, schwangen sich die Heimatfreunde auf ihre Stahlrösser. Tour-Organisator Norbert Unkhoff hatte in bewährter präziser Vorarbeit eine landschaftlich reizvolle Fahrtroute über stille Landwege zusammengestellt. Von der Pleistermühle aus führte die Fahrt zunächst durch die Bauerschaft Kasewinkel in Richtung Handorf/Waldfriedhof Lauheide, dann weiter Richtung Kaserne Handorf von dort aus in nördlicher Richtung in die Emsaue. In einem großen Bogen Richtung Nordwesten kam die Gruppe zum Dortmund-Ems-Kanal und bog dann Richtung Sprakel in die Rieselfelder ab. Nach dem Mittagessen im Heidekrug (nahe der Deponie im Stadtteil Coerde) empfing um 14 Uhr der Naturführer Udo Wellerdiek die Radlergruppe zu einer naturkundlichen Exkursion.

„Die Rieselfelder in Münster sind ein riesiger Magnet – für Vögel und für Menschen.“
Udo Wellerdiek, Naturführer


Nach dem Aasee sind die Rieselfelder das bedeutendste Naherholungsgebiet der Stadt, seit 1983 anerkanntes Reservat von internationaler Bedeutung und seit 2002 ein europäisches Vogelschutzgebiet. Es bietet vielen bedrohten Vogelarten eine Zuflucht und ist gleichzeitig ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für die Münsteraner Bevölkerung sondern auch für viele Besucher aus dem weiteren Umkreis und aus den Niederlanden. Rund 60.000 Naturfreunde besuchen das Schutzgebiet jährlich wegen der vielen hier zu beobachtenden Tierarten, neben Vögeln auch seltene Frösche und Schlangen wie die Ringelnatter. In den mächtigen Schilfgürteln der einstigen Verrieselungsflächen kann das rar gewordene Blaukehlchen ungestört nisten. Mit rund 60 nachgewiesenen Brutpaaren in den Rieselfeldern die größte Population dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Auch die in ihrem Bestand bedrohte, versteckt lebende Rohrdommel hat hier ein Zuhause gefunden. Auf den Schlickflächen der Uferbereiche stochern Watvögel wie zum Beispiel Bekassinen und Kampfläufer nach Nahrung. Seltene Blässgänse lassen sich neben den bekannten Arten wie Grau- Nil- oder Nonnengänsen auf den Wasserflächen nieder. Störche verweilen auf den Wiesen, die von Heckrindern bevölkert sind.


Ein Schutzgebiet, dass erkämpft werden musste

Der Kampfläufer ist gleichzeitig auch das Symboltier der Rieselfelder, steht er doch für den Jahrelangen Kampf für die Rettung dieses Areals, das einmal in ein riesiges Gewerbe- und Industriegebiet umgewandelt werden sollte. Nach langem politischen Ringen und Dank des großen Engagements von Naturschützern, einer Bürgerinitiative BI: Kein Herz für Vögel und der Landesregierung gelang es 1976, zunächst ca. 230 ha Rieselfeldfläche als Vorrangfläche für den Vogelschutz zu erhalten. 1977 pachtete das Land NRW für 20 Jahre den 233 ha großen Nordteil der Rieselfelder und stellte ihn dem Naturschutz zur Verfügung. Heute ist die Fläche durch verschiedene landes- und europaweite Naturschutzabkommen gesichert.