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Kaminabend 01.02.2018

Stimmungsvoller Kaminabend mit plattdeutschen Liedern und „Dönekes“

Bericht: Holger Martsch

Paula May hatte ihr Hofcafé für dieses Abend ganz besonders stimmungsvoll mit vielen Kerzen dekoriert, der Kamin strahlte anheimelnde Wärme aus – draußen war es wieder einmal regnerisch und nasskalt. Eingeladen hatte der Heimatverein Drensteinfurt, und 40 Gäste waren gekommen. Felix Möller aus Ottmarsbocholt – Der Ort wird liebevoll „Ottibotti“ genannt – sang plattdeutsche Lieder zur Gitarre und gab „Dönekes“ auf Platt zum besten, honoriert mit kräftigem Applaus. „Der Funke sprang über“, so Felix Möller, und so manches Lied sang das Publikum fröhlich mit. Dazu gab es westfälische Schinkenschnittchen, richtig gut belegt „So wie es sein muss – dass der Schinken schön weit an den Rändern der Brotunterlage überhängt“, lobte ein Gast den Schinkenteller.

Das niederdeutsche Platt sei im 16. Jahrhundert quasi international gewesen, erläuterte Möller, war es doch einst die Sprache der Hanse und damit im gesamten Nord- und Ostseeraum verbreitet. Das Hochdeutsche habe sich eigentlich erst durch die lutherische Bibelübersetzung und deren Verbreitung mit Gutenbergs neuartiger Schriftsatz- und Drucktechnologie etabliert.

Abschließend konnte Heimatvereins-Vorsitzender Franz-Josef Naber noch einige erfreuliche Neuigkeiten verkünden: Die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2019 (70 Jahre Heimatverein Drensteinfurt) seien im Gange, der Bauernschützenverein werde sein Festzelt für diesen Zweck am 18. Mai 2019 kostenlos zur Verfügung stellen und an diesem Tag werde auch das neue Doppel-Stadtmodell, das zurzeit in Arbeit sei, vor der „Alten Post“ eingeweiht.

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Rückblickend auf das Jahr 2017 konnte Naber feststellen, dass die Mitgliederzahl des Heimatvereins wiederum beeindruckend, und zwar um rund 80, gewachsen sei. Aktuell habe der Verein mehr als 420 Mitglieder. Durch deren Jahresbeiträge könne der Heimatverein beispielsweise die Teilnahme an den meisten Veranstaltungen und Vorträgen kostenlos anbieten, aber auch finanziell aufwändige Vorhaben wie etwa Restaurierungen von Flurdenkmälern oder den Bronzeguss des Stadtmodells realisieren. Das restaurierte Wegekreuz, dass vormals an der Schlossmauer stand, werde im 14. April dieses Jahres am Brauwall aufgestellt; ein Bildhauer fertige zurzeit eine exakte Kopie des historischen hölzernen Christus-Korpus, der den Mittelpunkt dieses Flurdenkmals bilden werde.

„Die Wiedertäufer in Münster“, ein dramatisches Kapitel der Stadtgeschichte im 16. Jahrhundert, wird das Thema des nächsten Upkammerabends am 14. Februar um 19.30 in der „Alten Post“ sein, referiert von dem Historiker Dr. Klötzer aus Münster. Die heftige Geschichte einer fanatischen religiösen Strömung und deren unheilvollem Wirken in der Domstadt endete am 22. Januar 1536 mit der grausamen Hinrichtung der drei Anführer Jan van Leiden, Bernd Knipperdolling und Bernd Krechting. Deren über eine Stunde lange Peinigung mit glühenden Zangen und Messerstichen hatten die Rückeroberer der Stadt als Volksfest arrangiert. Die Leichen der Wiedertäufer-Anführer hängte man anschließend in drei Käfigen am Glockenturm der Lambertikirche auf.

Heiteres verspricht der „Bunte Nachmittag“ der am 22. Februar in der „Alten Post“ mit der Shantygruppe „Die Knurrhähne“ stattfindet. Wegen des großen Zuspruchs und beschränktem Platzangebot ist der Nachmittag dieses Mal allerdings nur für Mitglieder.

Kaminabend 01.02.2018