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Bild oben: Heinz Töns während der Filmvorführung am Film Projektor Foto: Gertrud Münstermann

10.01.2018 - Rückblende in die Sechzigerjahre

Upkammer-Filmabend des Heimatvereins Drensteinfurt mit Heinz Töns

„Drensteinfurt, Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten“ – unter diesem liebevoll scherzhaft gemeinten Titel präsentierte Heinz Töns am Mittwochabend (10. Januar 2018) seine filmische Rückblende in die Sechzigerjahre. Offensichtlich ein attraktives Thema, zog es doch über siebzig Zuschauerinnen und Zuschauer in die „Alte Post“, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. So konnte sich der Vereinsvorsitzende Franz-Josef Naber in seiner Begrüßungsrede freuen: „Das ist unsere erste Veranstaltung in diesem Jahr und sie ist so gut besucht – möglicherweise ein gutes Omen für unsere Aktivitäten in den nächsten Monaten.“ Das historische Super-Acht-Tonfilmmaterial spulte Heinz Töns von einem ebenso historischen Projektor ab. Ein Ausblick vom Turm der Pfarrkirche St. Regina zeigt außerhalb des alten Ortskerns noch Felder und Wiesen dort, wo sich heute Wohngebiete erstrecken.

Die Werse schlängelte sich noch unreguliert entlang sandiger Ufer durch die Landschaft. Vieles war damals im Entstehen, zum Beispiel die Kläranlage, mit dem Bau der Sportplätze im Erlfeld begann man gerade, und eine längere Filmsequenz ist der Eröffnung des 1966 neu geschaffenen Erlbads gewidmet.

„Unbegrenzte Möglichkeiten“ schien es in diesen Jahren, nachdem der „Goldrausch“ des gewinnträchtigen Strontianitabbaus zum Ende des 19. Jahrhunderts abgeklungen war, wiederum zu geben. Schon waren ehrgeizige Projekte in Planung, zum Beispiel der Bau eines Großflughafens, eines Protonenbeschleunigers und eines Rennsport-Motodroms. (Die Original-Pläne hatte Heinz Töns abgefilmt.) Ein Architektur-Professor aus Berlin plante, Drensteinfurts gesamte Innenstadt abzureißen und dort Hochhäuser für die Beschäftigten zu bauen. Zu dieser Zeit hatte Drensteinfurt noch keine Ortsumgehung, der gesamte Verkehr der Bundesstraße lief über den Marktplatz und die Innenstadt, unterbrochen von Wartezeiten vor den heruntergelassenen Bahnschranken.

Impressionen von der heimischen Industrie, wie beispielsweise die Fertigung von Töpfen und Pfannen im Emaillierwerk Merten & Storck sowie die Holzfurnierproduktion des Sägewerks an der Breemühle bildeten den Abschluss des unterhaltsamen Filmabends.

Das historisch wertvolle Filmmaterial ist bis heute noch recht gut erhalten, Heinz Töns beabsichtigt aber eine Digitalisierung.