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Bild oben: Dr. Bernd Tenbergen, Botaniker aus Münster

„Granatapfel, Pistazie, Weinachtsstern & Co.“

Upkammerabend des Heimatvereins Drensteinfurt am 12. Dezember 2018

Referent: Dr. Bernd Tenbergen, Botaniker aus Münster

Bericht und Fotos: Gertrud Münstermann

Holger Martsch, Heimatverein Drensteinfurt, hieß Dr. Bernd Tenbergen des LWL-Museums für Naturkunde Münster und die 40 Heimatfreunde willkommen. Informativ und unterhaltsam nahm Dr. Tenbergen seine Zuhörer mit durch die vielseitige Welt der weihnachtlichen Botanik, ihrer Symbolik und Geschichte.

Zu Beginn der Veranstaltung berichtete er über eine Weihnachtsgurke am Tannenbaum, die noch keinem der Heimatfreunde begegnet ist. Doch als alte deutsche Tradition wird dieser Brauch in den Vereinigten Staaten beschrieben, worüber sich große Verwunderung unter den Zuhörern ausbreitete.

Mit vielen Bildern, Kostproben und Pflanzen veranschaulichte der Referent seinen Vortrag. Die Heimatfreunde erfuhren, dass zwar in Spekulatius aber nicht in Pfefferkuchen Pfeffer ins Backrezept gehören. Allerdings sind in diesem typischen Weihnachtsgebäck viele andere Gewürze zu finden, so der Referent.

Einige Probierstückchen (Christstollen, Mandelkerne, Nüsse, Rosinen) in kleinen Glasschälchen wurde den Gästen während des Vortrages gereicht und auf Fotos in natürlichem Zustand gezeigt. Cashewkerne, die Samen, die sich an den Früchten des Cashewbaumes bilden und in Brasilien beheimatet sind, werden dort Nierenbaum genannt.

Dr. Bernd Tenbergen wusste aber auch über die Vanille, die eine Pflanze der Orchidee ist und in Mexico entdeckt und in Europa verbreitet wurde, sowie über Feigen, die ursprünglich in Westasien oder Ägypten beheimatet waren oder Bananenblättern in Bangladesch zu berichten.

„30 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr hierzulande verkauft“, erklärte er. Vor etwa 600 Jahren zog der Weihnachtsbaum erst in die Wohnzimmer ein. Zu jener Zeit stand er jedoch nicht so wie heute in einem Weihnachtsbaumständer, sondern wurde verkehrt herum an der Decke befestigt. Noch heute ist diese alte Tradition in einigen Familien, vor allem im Osten Deutschlands sowie in Osteuropa verbreitet.

Der Weihnachtsstern mit seinen roten Hochblättern ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfsmilch aus der Familie des Wolfsmilchgewächses, das Alexander von Humboldt von seiner Amerikareise mit nach Europa gebracht hat.

Zwei Arten der Amaryllis Wildform Belladonnalilie sind in Winterregen-Gebieten des südlichen Afrika verbreitet. Inzwischen sind sie zur Massenware geworden verdeutlichte der Referent.

Weitere Bilder zeigten Christrosen und die berühmte „Rose von Jericho“. Als heilige Pflanze verehrt wurde sie zuerst von den Kreuzrittern nach Europa gebracht. Bereits in der Bibel wurde die Rose von Jericho erwähnt, als Maria sie auf der Flucht nach Ägypten gesegnet und ihr ewiges Leben gewährt haben soll. Von Generation zu Generation wurde sie in bäuerlichen Gebieten in Deutschland weitergegeben und aufbewahrt. Die hier erhältlichen Rosen seien keine echten, sondern sind ein Moosfarngewächs verdeutlichte Dr. Bernd Tenbergen. Die echte Rose von Jericho kugelt sich durch die Wüste so der Referent und zeigte Fotos dieser Pflanze, die in Jordanien und Israel weit verbreitet ist.

Zum Abschluss der Vortragsreihe konnten die Heimatfreunde das ein oder andere mitgebrachte Delikatesse kosten und dazugestellte Fragen wurden vom Referenten beantwortet.