Das Bild zeigt den Referenten Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Museum für Naturkunde in Münster mit einer Rebhuhnfamilie
(Foto © G. Münstermann
Das Bild zeigt den Referenten Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Museum für Naturkunde in Münster mit einer Rebhuhnfamilie (Foto © C. Steinweg/LWL

Westfälische Plesiosaurier als Fossil des Jahres 2026 im Fokus

Bericht: Holger Martsch
Heimatverein Drensteinfurt

Plesiosaurier jagen im Urzeitmeer- Illustration: Holger Martsch
Plesiosaurier jagen im Urzeitmeer- Illustration: Holger Martsch

Vor 201 Milionen Jahren jagten sie im Urzeitmeer, das unsere westfälische Region bedeckte: die echsenähnlichen Plesiosaurier. Sie lebten zur Dinozeit, waren aber keine Dinos, und überlebten diese auch wegen ihrer Anpassungsfähigkeit. Ihr proportional zum Körper besonders lange Hals hatte 70 Wirbel, mit ihren zu Paddeln umgeformten Vorderund Hinterbeinen bewegten sie sich ähnlich wie die heutigen Meeresschildkröten elegant durch das Wasser. Gleich drei Fossilienfunde gibt es in Westfalen, und einer davon ist im Naturkundemuseum Münster zu bewundern, der älteste Fund eines Plesiosauriers weltweit

Das ist nur eine von vielen Tier- und Pflanzenarten, die Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Museum für Naturkunde (Münster) in seinem Vortrag „Natur der Jahre 2025/2026 – Rothirsch, Zitterpappel, Kohlrabi, Warzenbeißer & Co.“ am Mittwoch, 21. Januar 2026, in der „Alten Post“ Drensteinfurt vorstellte. Der Arbeitskreis Natur des Vereins hatte dazu eingeladen, die Veranstaltung war kostenlos, auch für NichtMitglieder.

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Dabei erfuhren die zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besucher erstaunliche oder überraschende Fakten:

Giftpflanze des Jahres 2026

Was viele nicht wissen: Die so harmlos erscheinende Gartenbohne, ist eigentlich eine Giftpflanze. Erst durch zehn- bis fünfzehnminütiges Kochen wird das in den Bohnen enthaltene Gift unschädlich gemacht. Roh enthalten sie Phasin, ein Lektin-Gemisch, bei dem es sich um eine Eiweiß-Kohlenhydrat-Verbindung handelt. Phasin lässt die roten Blutkörperchen verklumpen und kann bei großer Menge auch zum Tod führen. Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall treten meist zwei bis drei Stunden nach dem Verzehr auf.

Blätter der Espe. Foto: Katherine Kirkland/Adobe Stock
Blätter der Espe. Foto: Katherine Kirkland/Adobe Stock
Ebenso giftig ist die Cashewnuss, die erst nach thermischer Behandlung wie zum Beispiel Rösten ohne Vergiftungsgefahr genießbar ist

Baum des Jahres 2026

Die Zitterpappel, auch Espe genannt, hat eine weite Verbreitung von Europa bis Sibirien. Bei uns in Westfalen kommt sie häufig in Wallhecken vor. Ihre Bedeutung für den Naturschutz liegt darin, dass sie mehreren Schmetterlingsarten, besonders einigen Nachtfaltern, als Nahrungsgrundlage für deren Raupen dient.

Männchen der Winterlibelle (Sympecma fusca). Quelle: Wikipedia/Christian Fischer
Männchen der Winterlibelle (Sympecma fusca). Quelle: Wikipedia/Christian Fischer

Aberglaube und Insekten des Jahres

Mit „Warzenbeißer“ ist unsere heimische Heuschrecke gemeint. Man glaubte früher, dass sie Warzen zum Absterben bringen könne, wenn man sie an der betreffenden Stelle auf die Haut setzte und zubeißen lies. Die heimische gemeine Winterlibelle, Insekt des Jahres 2026 (Bild) ist akut nicht im Bestand gefährdet

Vogel des Jahres 2026

Das Rebhuhn, dessen Bestand wegen schwindendem Lebensraums und Mangel an Nahrung stark zurückgegangen ist, steht aktuell auf der Roten Liste stark gefährdeter, vom Aussterben bedrohter Tierarten. Bestandsverlust seit 1990: 90 Prozent

Verantwortliche Kuratorien

Wer spricht eigentlich solche Kürungen zur Pflanze oder zum Tier des Jahres aus? Es sind unterschiedliche Verbände oder Organisationen, bei der Gartenbohne oder der Cashewnuss zum Beispiel der botanische Sondergarten Hamburg-Wandsbek, beim Quellmoos, einer in sauberem Wasser flutenden Pflanze, der deutsche Sporttaucherverband.

Bernd Tenbergen, wohnhaft in Havixbeck, verbinden verwandschaftliche Beziehungen mit Drensteinfurt, auch war er bereits mehrere Male für Vorträge oder Informationsveranstaltungen hier zu Gast

Bild: Dr. Bernd Tenbergen mit Rebhuhn-Präparaten. Foto: LWL
Bild: Dr. Bernd Tenbergen mit Rebhuhn-Präparaten. Foto: LWL

Auch bei der Kindergruppe „Heimatfrösche“ des Heimatvereins Drensteinfurt war er im letzten Jahr mit faszinierendem Anschauungsmaterial zugegen und die Kinder freuen sich bereits auf die nächste spannende naturkundliche Gruppenstunde in diesem Jahr.


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