Fremdenführer Wolfgang Frühling erklärt den Gästen aus Drensteinfurt, wie das Emssperrwerk funktioniert.
Fremdenführer Wolfgang Frühling erklärt den Gästen aus Drensteinfurt, wie das Emssperrwerk funktioniert.
Gute Laune an Bord. Die Stewwerter Heimatfreunde freuen sich auf die große Hafenrundfahrt in Wilhelmshaven.
Gute Laune an Bord. Die Stewwerter Heimatfreunde freuen sich auf die große Hafenrundfahrt in Wilhelmshaven.

Zu starker Wind auf Helgoland

Drei-Tagesfahrt der Stewwerter Heimatfreunde nach Ostfriesland:

Emssperrwerk, Seehundstation und Wilhelmshaven besichtigt

Bericht: Armin Asbrand - Es sollte das Highlight der diesjährigen Jahresfahrt des Heimatvereins werden. Doch der Trip mit dem Schnellboot von Cuxhaven nach Helgoland fiel kurzfristig aus: Zu starker Wind, das Risiko sei zu groß, teilte der Schiffseigner den Heimatfreunden am vergangenen Samstag mit. Dennoch ließen die 59 Reisenden aus Drensteinfurt die Köpfe nicht hängen. Denn Vorsitzender Franjo Naber und seine Ehefrau Annette hatten erneut ein kurzweiliges Programm auf die Beine gestellt.

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Mitte bis Ende der 1990er Jahre hatten der Bund und das Land Niedersachsen für rund 250 Mio. € das Emssperrwerk in Gandersum errichtet. Das gewaltige Bauwerk sollte den Küstenschutz landeinwärts der Ems verbessern, den Ozeanriesen der Meyer Werft aus Papenburg eine sichere Fahrrinne zur Nordsee bieten und, drittens, die Gezeitensteuerung an dem Fluss auch für die umliegenden Naturschutzflächen optimieren.

Heute, etwa 30 Jahre später, sind alle Beteiligten in Ostfriesland zufrieden mit den bislang erzielten Ergebnissen. Darauf wies Fremdenführer Wolfgang Frühling bei Besichtigung des Sperrwerkes hin. Etwa 60 kleine und größere Schiffe passieren heute täglich die 60 m breiten Schleusentore. Meldet die Meyer Werft im 30 km entfernten Papenburg den Transport eines Megaschiffes zur Nordsee an, wird das Emswasser 24 Stunden am Sperrwerk aufgestaut, damit die riesigen Passagierdampfer gefahrlos die Ems befahren können.

Seit Inbetriebnahme des Sperrwerkes im September 2002 sind 54 Ozeanriesen der Meyer Werft auf diesem Weg in die Nordsee gelangt. 20 Mal musste der zuständige Landesbetrieb die Tore wegen Sturmfluten schließen. Wolfgang Frühling: „Das Sperrwerk sichert allein in Papenburg und Umgebung über 5000 Arbeitsplätze auf der Meyer Werft und in den Zulieferbetrieben. Für unsere strukturschwache Region ist das ein Glücksfall.“

Seehundstation Norddeich

Bereits in den 1970er Jahren wurde in Norddeich eine Auffangstation für Seehunde gegründet. Jedes Jahr kommen etwa 150 bis 200 „Heuler“ neu in die Station. Die Jungtiere haben ihre Mütter in der Nordsee verloren. Sie werden in der Regel an den Stränden entdeckt und von den Naturschützern der Station aufgesammelt.

Die jungen Seehunde bleiben etwa 60 Tage in der Station. Dann haben sie ein Gewicht von ca. 25 kg und können wieder ausgewildert werden. In Wort und Bild erfuhren die Stewwerter alles über die Seehunde, wie sie gefüttert und aufgepäppelt werden.

Wilhelmshafen - Hafenrundfahrt und Marinemuseum

Am dritten Tag ihrer Reise steuerte der Heimatverein Wilhelmshaven an. Von Kaiser Wilhelm II Ende des 19. Jahrhunderts mit Weltmachtambitionen erheblich erweitert, danach in zwei Weltkriegen zerbombt, heute wieder eine attraktive Wohnstadt am Wasser und wichtiger Standort für die deutsche Marine. Das alles erfuhren die Drensteinfurter bei einer Hafenrundfahrt und beim Besuch des Deutschen Marinemuseums. Franz-Josef Naber bedankte sich abschließend bei allen Reiseteilnehmern und versprach: „2027 fährt der Heimatverein an den Mittelrhein. Das wird genau so schön.“

Galerie

Fotos: Gerty Münstermann und Armin Asbrand (1)

Emsspeerwerk, Norddeich, Seehundstation - 18.09.2026

Fotos: Gerty Münstermann und Ludger Wiewelhove (1)

Bremerhafen - Zoo - Auswanderermuseum -19.09.2026

Fotos: Gerty Münstermann, Doris Matuschewski (5) und Ludger Wiewelhove (1)

Wilhelmshafen - Hafenrundfahrt - Marinemuseum - 20.09.2026