Am Samstag, 25. April 2026, fanden sich16 Heimatfreundinnen und -freunde zum Saisonstart der diesjährigen Auto-Fahrrad-Kombitouren des Vereins ein. Sie führte in den Kreis Gütersloh, Tourenführer war vertretungsweise Holger Martsch
„Immer am Wasser entlang“ – diese Tour sollte laut Aussage von Martsch, der auch im Arbeitskreis Natur des Vereins tätig ist, neben dem Naturerlebnis auch einen Eindruck davon vermitteln, wie heimische Gewässer nach einer Zeit des Missbrauchs als Industriekloake und eingezwängt in ein Betonkorsett heute wieder zahlreichen Tierarten Lebensraum und den Menschen Erholung bieten.
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Mit den Fahrrädern auf den Heckträgern ging es, teilweise in Fahrgemeinschaften, zum Startpunkt der 42 Kilometer lagen Radelrunde, dem Wanderparkplatz „Neue Mühle“ zwischen Gütersloh und Herzebrock. Ganz in der Nähe mündet die Dalke, Güterslohs erfolgreich renaturierter Wasserlauf, in die Ems. Zuvor nimmt die Dalke noch das Wasser des Wapelbachs mit. Zunächst führte die Radfahrt zur Lutter. Dieser aus Richtung Bielefeld kommende Bach sprudelt heute wieder glasklar und munter durch herrlichen Buchenwald und der unbefestigte Radweg begleitet auf einer Art sandigem Damm den Bach über einige Kilometer bis nach Isselhorst
Nach einem Abstecher zum Heimatmuseum Marienfeld erreichten die Heimatfreunde gegen Mittag Isselhorst, wo sie in dem historischen Gasthof „Zur Linde“, am Marktplatz einkehrten. Nach einem kurzen Fußweg gab es die historischen Bauten der Brennerei Elmenhorst zu bewundern, wo bis 1991 Schnaps gebrannt wurde. Der gesamte Gebäudekomplex wird jetzt unter hervorragender denkmalgerechter Wahrung des früheren Erscheinungsbilds neu genutzt, unter anderm von einer Brillenmanufaktur, einer Volksbank-Filiale, einem Hotel und dem Möbelhersteller Flötotto. Das Elmendorfer Eichenfass, 1902 gefertigt, 20 000 Liter Schnaps fassend und mit opulenten Schnitzereien versehen, dürfte das größte seiner Art, zumindest in Deutschland, sein.
Einige Kilometer weiter findet sich in der Ortsmitte von Friedrichsdorf ein Relikt aus den sechziger Jahren: ein VeGe (Verkaufsgemeinschaft, vergleichbar mit EDEKA) Tante-Emma-Laden mit der noch ursprünglichen Einrichtung aus der damaligen Zeit. Nach Friedrichsdorf fuhr die Gruppe auf stillen Wegen weiter Richtung Avenwedde, wo unterwegs im Naturschutzgebiet „Große Wiese“ Störche auf ihrem Nest beobachtet werden konnten. Bald, auf Höhe der historischen Strangmühle, stieß die Radlergruppe wieder auf den Dalkebach, an dessen Ufern entlang sie auf idyllischen Pfaden bis in die Gütersloher Innenstadt gelangte. Kaffeepause war nachmittags im Palmencafé des Gütersloher Stadtparks. Von dort aus waren es noch gut fünf Kilometer bis zum Ausgangspunkt der Fahrt.
Die rund 10 Kilometer lange Promenade entlang der Dalke durch die Innenstadt bis in die Außenbezirke ist im Grunde ein einziges Naherholungsgebiet. Sie verbindet Parkanlagen wie den Stadtpark, den Botanischen Garten und den Riegerpark, mit naturgeschützten Landschaftsräumen und den angrenzenden Wohngebiete, zu einer harmonischen Linie – einmal quer durch die gesamte Stadt.
Doch das war nicht immer so: In den sechziger Jahren wurde das idyllische Flüsschen, in dem die Gütersloher noch in den Nachkriegsjahren das Schwimmen lernten, begradigt und teilweise in ein Stahlkorsett aus Spundwänden gezwängt. In den neunziger Jahren begannen Stadt und Kreis Gütersloh mit einer umfassenden, gleichwohl behutsamen Renaturierung der Dalke, die der Landschaft am Wasser ihren ursprünglichen Charme wieder zurückgab.













