Doch nicht nur die Mehlschwalben finden hier ein Zuhause, im Innern des Hauses befinden sich 18 Kästen für Blaumeisen, Kohlmeisen und Sperlinge, dazu sechs Fledermauskästen. Die Idee für das Multi-Kulti-Vogelhotel hatte der Vorsitzende des Heimatvereins selber. „Ich habe es 2008 beim Heimatverein Füchtorf gesehen“, berichtet Franz-Josef Naber.
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Dann galt es nur noch die Heimatfreunde zu überzeugen, Sponsoren zu suchen und eine geeignete Fläche zu finden. Voraussetzung für den Standort sei eine Schwalbenkolonie und die hatte sich im Neubaugebiet am Berthaschacht angesiedelt.
„Dankenswerterweise hat die Stadt uns das Grundstück hier zur Verfügung gestellt“, teilt Naber mit, der auch ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Bauhofleiter Thomas Schlüter lobte.
Im Internet suchte Naber nach einer geeigneten Firma und wurde schließlich bei Oliver Wegener aus Wettenberg bei Gießen fündig. 25 Schwalbenhäuser stehen derzeit bei dem Experten in Sachen Schwalbenhausbau im Auftragsbuch.
So verwunderte auch nicht, dass am Mittwochmittag, als das Schwalbenhaus aufgestellt wurde, jeder Handgriff passte. In relativ kurzer Zeit hatte Wegener das Rohr mit Hilfe des Autokrans in die vom Heimatverein vorbereitete Öffnung rund einen Meter tief im Boden eingelassen.
Ebenso passgenau setzte er das Haus nun in 4.50 Meter Höhe ebenfalls mithilfe des Krans auf die Stange und verschraubte sie. Zuvor hatten sich die Vorstandsmitglieder auf der Innenseite einer Abdeckung mit ihren Unterschriften verewigt.
Jetzt müssen die Mehlschwalben, die in 21 Meter Höhe auf die Jagd nach Fluginsekten gehen, nur noch kommen. Die ersten beiden Exemplare kreisten schon beim Aufbau über den Berthaschacht.
Die Pflege des Schwalbenhauses und die einmal im Jahr notwendige Säuberung übernimmt die Gruppe Natur des Heimatvereins. Die Naturschutzstation Haus Heidhorn des Nabu wird das Projekt in der nächsten Zeit begleiten. Ermöglicht wurde das 10 000-Euro-Projekt durch die Sponsoren AHW Ingenieure GmbH, Sparkasse und Volksbank sowie die Umweltstiftung Allianz durch Klaus Hemsing und eine Privatspende. 5 000 Euro kamen so zusammen, die restlichen 5 000 Euro stammen aus der Kasse des Heimatvereins. Für das Fundament, das von Familie Weber, Jürgen Schemmelmann und Hans Tilly gegossen wurde, stellte Thomas Pollmüller die Maschinen zur Verfügung.
Das Mehlschwalbenhaus ist fertig, das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern. Am Malteserheim soll ein Fachwerk-Insektenhotel aufgestellt werden. Noch ein weiteres Projekt ist in Planung. „Wir wollen ein Mauersegler-Projekt realisieren. Die Kosten sind über VitalNRW so gut wie gesichert. Es fehlten jetzt noch hohe Gebäude, an denen die rund 20 Kästen aufgehängt werden können. Wer einen Platz zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei Franz Josef Naber, Telefon 02508/1505, melden.
Mehlschwalbe
Die Mehlschwalbe zählt zu den bekanntesten Vogelarten in Städten und Dörfern. Schon bei ihrer Wahl zum Vogel des Jahres 1974 wurde ihre Schutzbedürftigkeit erkannt. Dennoch konnte der insgesamt negative Bestandstrend bisher nicht aufgehalten werden.
Lautäußerungen: Fliegend ruft die Mehlschwalbe „schrrip“ oder „brrit“. Ihr Warnruf ist höher und ein wiederholt ausgerufenes „tschierr“.
Nahrung: Die Mehlschwalbe ernährt sich überwiegend von kleineren, fliegenden Insekten, wie Fliegen, Mücken und Blattläusen.
Lebensraum : Die Mehlschwalbe brütet vor allem in menschlichen Siedlungen, wobei sie die Nähe von Gewässern bevorzugt.